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Überwachung durch den Staat?

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  1. Autor dieses Themas

    itobilp-dererste

    itobilp-dererste hat kostenlosen Webspace.

    Wie findet ihr das, dass die Regierung ein neues Gesetz zur Terrorbekämpfung beschlossen hat, welches beispielsweise dem BND ermöglichen soll unsere Nachrichten mitzulesen?
    An sich ist der Grundgedanke ganz gut. Messengerdienste müssen eine Backdoor einbauen, die der Regierung zur Verfügung steht, und so die Ende-zu-Ende-Verschlüsselung aufgehoben werden kann.
    Dies geschieht natürlich nur auf richterliche Anordnung.
    Ich finde aber, dass die Idee nicht zu Ende gedacht worden ist, da es eine Große Angriffsfläche für Hacker bietet.
    Zudem denke ich, dass dieses Gesetz ein Eingriff in die Grundrechte (Brief-, Post,- Fernmeldegeheimnis) darstellt.

    Aber es ist Gut, dass die Regierung versucht, besser gegen Terror aktiv zu werden.

    LG Tobi
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  3. prinz-und-gloeckner

    prinz-und-gloeckner hat kostenlosen Webspace.

    Briefgeheimnis gibt es ja entsprechend auch bei Postkarten - es kann zwar jeder lesen, welcher Zugriff auf die Postkarte hat, es soll aber niemand.
    Ähnlich ist es bei unverschlüsselten emails und ähnlichen digitalen Diensten.
    Daher macht man bei harmlosen Sachen einen Briefumschlag drum, ansonsten verschlüsselt man den Inhalt sicher, egal ob analog oder digital.

    Niemand kann ja die Leute davon abhalten, etwa per PGP ihre emails sicher zu verschlüsseln, also mit asymmetrischen Schlüsseln ohne Hintertür, von Ende zu Ende.

    Absichtlich eingebaute Hintertüren haben ja eher den Effekt, Sicherheit vorzugaukeln, dazu aber gleichzeitig eine massive Sicherheitslücke mit Absicht einzubauen, um eben Datenmißbrauch eine gute Chance zu geben.

    Derartige Hintertüren sind ja eher da gefragt, wo bei einem Dienst der Dienstanbieter Zugriff auf die Verschlüsselungsmethode hat, diese festlegt oder auch auf dem eigenen Rechner verarbeitet (was wohl beim üblichen TLS der Fall ist.
    Hintertüren können natürlich von allen genutzt werden, welche sie entdecken, so gab es wohl auch schon Beispiele, wo Systeme mit Hintertüren einfach von Angreifern komplett übernommen worden sind, der Schlüssel für die Tür ausgetauscht wurden, die ursprünglich staatlichen Lauscher hatten danach also die Kontrolle verloren, weswegen Hintertüren immer eine dumme Idee sind, entsprechend Sicherheitslücken von Betriebssystemen oder Programmen vom Staat zu nutzen, um selbst Trojaner zu nutzen, statt die Lücken zeitnah zu melden und schließen zu lassen - denn so werden auch andere Leute die Lücken für eigene Zwecke nutzen.

    Überwachungserfolge sind also allenfalls bei Laien und wenig technik-affinen Leuten zu erwarten.
    Wer professionell üble Dinge kommunizieren will, hat vermutlich auch die Möglichkeit eingesetzt, eine sichere Verschlüsselung zu verwenden.
    Daher wird ja auch gerne auf die Verbindungsdaten gesetzt, weniger auch die Nachrichten selbst, wobei es da natürlich ebenfalls Möglichkeiten gibt, mit gewissem Einsatz von Ressourcen und Geld (und Tor), zu verschleiern, wer mit wem kommuniziert.

    Das Verhältnis von Kosten zu Nutzen ist also zwangsläufig schlecht: Professionelle Täter haben etwas mehr Aufwand, um nicht abgehört zu werden, alle anderen (ehrlichen Leute) haben ein massiv erhöhtes Sicherheitsrisiko, daß ihre personenbezogenen Daten an Kriminelle abfließen, weil es Hintertüren gibt - und einige Kriminelle sitzen zudem bei Polizei, Geheimdienst oder Behörden mit im Büro - warum sollten die bloß abstrakt irgendwo anders lauern, wenn dort die Schlüssel für Hintertüren offen herumliegen? :o)

    Eigentümer von Geräten müssen die volle Kontrolle über diese haben, eine Zugriffsmöglichkeit über Hintertüren ist immer ein technischer Mangel, ebenso wie die Beschränkung der Laufzeit von Geräten über Programme (geplante Obsoleszenz per Lizenzprüfung, Laufzeitprüfung, ablaufende Zertifikate, nicht mehr durchführbare Aktualisierungen oder Sabotage des Installierens sicherer Programme/Betriebssysteme etc).
  4. Autor dieses Themas

    itobilp-dererste

    itobilp-dererste hat kostenlosen Webspace.

    Ich muss dir da vollkommen zustimmen.
    Und ich denke auch, das gerade terroristen eigene Netzwerke haben und diese Hintertüren eine besonders große Angriffsfläche haben.
    Die Leute die anonym bleiben wollen, bleiben anonym.

    LG Tobi
  5. Die Schwierigkeit ist, dass Terroristen von "Al Kaida" beispielsweise früher maßgeblich durch physikalisches Überbringen von Nachrichten sich koordiniert haben, also da konnte so oder so nur jemand mit lesen, wenn er sich den Boten schnappt und die Nachricht aus ihm raus holt.
    Die zunehmende Vernetzung außerhalb der physischen Welt, hin zur digitalen Welt öffnet dem Terrorismus ganz andere Perspektiven, weswegen Sicherheitsdienste sich die Möglichkeiten ergattern müssen, Nachrichten abzufangen. Das "Ende-zu-Ende" Verschlüsselungprinzip von den Messengerdiensten hilft da natürlich.
    Das ist somit einer der Ansatzpunkte zur Terrorismusbekämpfung. Die Schwierigkeit die sich nach wie vor stellen wird ist die Tatsache, dass man richterliche Beschlüsse etc. benötigt um das aufheben zu lassen. Na klar, das wird Hackern dann wieder Spielräume geben, Lücken zu finden und auszunutzen!

    Prinzipiell denke ich jedoch, werden Terroristen, die was größeres vor haben, entweder gezielt wieder physisch sich zwischen Auftraggeber und Auftragnehmer koordinieren (nach Corona) und Messengerdienste eher für kleinere Anschläge nutzen, so wie es eigentlich immer wieder ablief in der Vergangenheit.
    Somit werden die kleineren Zellen ausgehoben, aber die für die Terroristen wichtigeren bei behalten, denn so ganz bekommt man diese nicht weg!

    Alles in Allem ist es natürlich notwendig, Gesetze zu schaffen, die es den Behörden, bzw. den Geheimdiensten erlaubt auf Daten zuzugreifen. Allerdings gehe ich eher davon aus, dass diese dies bereits in der Vergangenheit getan haben und jetzt der legale Rahmen dafür in die Gesetzmäßigkeit zurück geholt wird.
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