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Emily beim Bundesarbeitsgericht

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  1. Autor dieses Themas

    q***********l

    Tja, nun hat die gute Kassiererin mit ihrem Pfandbon den Prozess letzten Endes noch gewonnen.

    Einerseits finde ich´s gut, denn wegen so einer Lappalie gekündigt zu werden ist schon echt ärgerlich… Lappalie... hmm… wenn ich so drüber nachdenke…

    Stelle dir vor, du bist Existenzgründer/in und erhältst ein Darlehen, mit dem du anfangs die Kneipe finanzierst, Miete zahlst und Sozialversicherung für deine Mitarbeiter und den Lohn, nachdem du die Einrichtung beisammen hast. Du arbeitest 60 Stunden in der Woche, deine Mitarbeiter 40. Du verstehst dich mit denen, vertraust ihnen die Kasse an, ihr teilt euren Alltag. Täglich zählst du die Einnahmen und bist in den ersten 3 Jahren immer am Rande der Pleite, bis du es dann endlich geschafft hast, den ersten Gewinn von monatlich 900,00 € einzufahren. Nach 5 Jahren ist das Darlehen abgezahlt und du stellst fest: Meine langjährige Mitarbeiterin hat ein Faß Bier geklaut... Wie gesagt, die Gute führt die Kasse!

    Das Ganze lässt sich auch fortsetzen aus der Perspektive jemandem, der sein Studium aus eigenen Mitteln mit Kellner(innen)jobs bis spät in die Nacht finanziert hat, BaföG-Schulden zurückzahlt, nachdem er/sie ihre eigene Praxis (hochverschuldet) eröffnet. Selbst Briefmarken werden dann teuer… und dann hast du eine Mitarbeiterin, die sich für 5,50 € Briefmarken von dir klaut, auf Nachfragen leugnet, die Kollegin bezichtigt und du denkst: "Hm, was macht die eigentlich künftig mit den Einnahmen aus der Praxisgebühr?" Das Vertrauen ist doch den Bach runter und wieso soll die, die wissentlich ihren Job riskiert auch noch so weitermachen?

    Es geht doch um die Heimlichkeit und das vorher nicht fragen, kaum den Wert, dann das Ganze bei Zugang zur Kasse.
    Die, die Kugelschreiber und Briefmarken Angestellten offerieren, können das ja tun.
    Das Dilemma ist nicht das was gestohlen wird, sondern dass keine fragt und die Klägerin heute hat weder etwas am nächsten Tag zurückgelegt noch sonst eingelenkt, sondern erst behauptet, ihre Töchter wären am Portemonnaie gewesen, dann eine Kollegin. das finde ich, hat insgesamt wenig mit Sozialverhalten zu tun.

    Oder suchte der Laden doch nur nen Grund seine ungeliebte Angestellte abzuschieben?

    Wie gesagt,… meine Meinung ist bei dem Thema sehr gespalten.


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  3. kalinawalsjakoff

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    Gut, Fachkräfte sind heute Teuer, denn man muß Lohn/Gehalt und SV für die finanzieren. Aber als Arbeitgeber mache ich das, sofern ich die erstens zahlen kann und zweitens die ihre Arbeit auch gut machen. Das Gelingen eines Geschäftes hängt doch im Grunde genommen davon ab, wenn Arbeitgeber und Arbeitnehmer an einem Strang ziehen und sich vertrauen können. Aber das ist eigentlich mehr oder weniger heute nur noch Wunschdenken. Denn jeder Arbeitnehmer ist ersteinmal darauf bedacht seinen Arbeitsplatz zu sichern und selbst Karriere zu machen und dabei unliebsame Kollegen aus dem Rennen zu werfen.

    Schön und gut, trotz guter Leistung kann man auch das eine oder andere Finden um einen Arbeitnehmer loszuwerden, nur um einen neuen Arbeitnehmer zu billigeren Konditionen einzustellen. Aber dennoch ist eine gestohlene Briefmarke oder ein gestohlener Pfandzettel Diebstahl. Und mit Diebstahl macht sich jeder Bundesbürger strafbar und begeht gegenüber dem Arbeitgeber ein Vertragsbruch, egal wie klein der Gegenstandstandswert war oder ist. Deswegen ist da für mich definitiv eine Kündigung angebracht, auch wenn alle welt sagt "Wegen den 25 Cent für eine Pfandflasche"
  4. fah-unterwegs

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    Also dieser "Emily"-Fall hat ja wohl eines dankenswerterweise gezeigt: es kommt bei den "Massnahmen" des Arbeitgebers eben auf die Verhältnismässigkeit an. Einer langjährigen Mitarbeiterin, die immer anständig ihre Arbeit gemacht hat, kann mann natürlich das Misstrauen auch wegen 1-2 Euro Pfandbons aussprechen. So etwas kann in die Personalakte und muss wohl eine Abmahnung zur Folge haben. Aber eine fristlose Kündigung kann ja nur bei einem schwerwiegenden Vergehen, bzw. einem echten Vertrauensverlust gerechtfertigt sein. Ansonsten wäre ja jede, vielleicht sogar vom Arbeitgeber untergeschobene, Unregelmässigkeit im Arbeitsalltag bereits ein Freibrief, um wahllos Kündigungen auszusprechen. Möchten wir tatsächlich solch ein amerikanisches "hire and fire" hierzulande haben ? Gut, dass es auch Richter gibt, die das "Augenmass" nicht aus dem Auge verloren haben.
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