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Seltsamer Kommentar von CDU-Politiker - Satire?

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  1. Autor dieses Themas

    schnookerippsche

    Kostenloser Webspace von schnookerippsche

    schnookerippsche hat kostenlosen Webspace.

    Ansgar Heveling, ein CDU-Politiker im Bundestag hat beim „Handelsblatt“ ein Gastkommenar über das Thema PIPA und SOPA geschrieben. Wegen diesem Kommentar gab es sehr viel Aufruhr und er wurde mehrheitlich verspottet.

    Um es mal zusammenzufassen: Er schreibt direkt an die „Netzgemeinde“ und behauptet dass diese gar nicht die Freiheit der Menschen verteidigen sondern Chaos stiften will.
    Im einzelnen bezeichnet er sie als „Maoisten“ oder behauptet dass in der franz. Revolution die Bürgerschaft aus „Freiheit, Demokratie und Eigentum” gebildet hätte. Vollständiger Beitrag auf der Seite des „Handelsblattes“

    Nun denke ich mir aber dass dieser Beitrag mehr als Satire gemeint war, denn Ernst will man das nicht nehmen, da einfach zu viel geschwallt wird.

    Ein Partie-Kollege von ihm schrieb auch auf Twitter:
    GsD, seit langem mal wieder ein entspannter Tag. Die Kinder bewerfen sich begeistert mit Förmchen und haben einen Riesenspass. Alles i.O.!


    Des weiteren hat Ansgar selbst auch eine eigene Homepage und einige Parteikollegen twittern.
    Außerdem ist er in der Enquetekommission „Internet und digitale Gesellschaft“, weshalb sein gebrabbel, was an das eines Alkoholikers erinnert, zwei mal nicht einleuchtet.

    Generell ist MEINE MEINUNG dass die Satire (wenn sie eine ist) in dem Sinne so gemeint ist, dass er die Leute verspottet die denken dass durch PIPA und SOPA das Web 2.0 zerstört werden würde und dies deshalb lächerlicherweise als apokalyptische Schlacht darstellt. Tatsächlich sieht er ein Web 2.0 das fast vollständig unberührt mit den neuen Gesetzen klar kommt.

    Was denkt ihr dazu?



    Beitrag zuletzt geändert: 1.2.2012 18:05:29 von schnookerippsche
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  3. Ansgar Heveling (CDU) schrieb:
    [...] liebe „Netzgemeinde“: Ihr werdet den Kampf verlieren. Und das ist nicht die Offenbarung eines einsamen Apokalyptikers, es ist die Perspektive eines geschichtsbewussten Politikers. Auch die digitale Revolution wird ihre Kinder entlassen. Und das Web 2.0 wird bald Geschichte sein. Es stellt sich nur die Frage, wie viel digitales Blut bis dahin vergossen wird.

    Also, wer das für bare Münze hält, dem ist nicht mehr zu helfen.

    Bitte ankreuzen:
    Herr Heveling
    a) hat nicht damit gerechnet, dass es überhaupt einen interessiert, was ER schreibt und dass ihn jemand für voll nimmt
    b) hat virales Marketing für seine Person erkannt, an der Umsetzung hapert es aber noch ein bisschen
    c) lüftet den Vorhang der CDU/CSU und zeigt, wie wichtig die Jugend und Internetgeneration für Ihn und die Parteien ist
    d) möchte auch mal in aller Munde sein

    Bitte aufpassen. Ich bin gerade am wischen, weil auch auf Lima einige digitale Blutflecken zu finden sind :wazzup:

    Beitrag zuletzt geändert: 1.2.2012 18:51:20 von flockhaus
  4. Leider kann ich die Aussage nicht als satirische Äusserung von Herrn Ansgar Heveling auffassen. Ich befürchte dass er dies Ernst gemeint hat. Die Äusserungen zeigen jedoch wie weltfremd und machtbessen Herr Ansgar Heveling ist. Dies führt sogar zu Widersprüchen aus der Schwesterpartei:
    Die stellvertretende CSU-Generalsekretärin Dorothee Bär schilt den CDU-Hinterbänkler Ansgar Heveling im Handelsblatt für seine Ausführungen zum Internet im selben Blatt. Wer nur "auf schnelle Nachrichten und Effekthascherei aus ist, der hat als Volksvertreter seinen Beruf verfehlt", erklärte Bär, die in der CSU-Spitze eine freiheitliche und moderne Netzpolitik vertritt.
    Quelle: http://www.golem.de/news/ansgar-heveling-cdu-troll-wird-von-csu-generalsekretaerin-baer-heruntergeputzt-1202-89473.html
    Dieser Aussage kann ich mich nur anschliessen und fordere den Rücktritt von Herrn Ansgar Heveling aus allen politischen Ämtern.
  5. kaetzle7

    Moderator Kostenloser Webspace von kaetzle7

    kaetzle7 hat kostenlosen Webspace.

    motoernie schrieb:
    Dieser Aussage kann ich mich nur anschliessen und fordere den Rücktritt von Herrn Ansgar Heveling aus allen politischen Ämtern.
    Meiner Meinung nach Blödsinn. Heveling bricht in seinem Beitrag eine Lanze für PIPA und SOPA, da diese aus seiner Sicht einfach nur etwas gegen die ausufernden Urheberrechtsverletzungen unternehmen und das findet er gut. Damit positioniert er sich ganz einfach nur gegen die Linke und die Piraten und postuliert die Meinung seiner eigenen Partei. Dass er dies auf eine "witzig-satirisch" und "jugendansprechende" Weise versucht steht auf einem anderen (Handels-)Blatt, ist aber wohl so seine Art.

    Außerdem gibt er den gegen diese Gesetzesentwürfe protestierenden zu verstehen, dass es auch ein Leben neben dem Computer gibt, dass auch das Web 2.0 einmal den Weg aller Dinge gehen wird und dass er selbst den Begriff "Freiheit" auf eine andere Weise definiert, wie diese. Das sind alles Dinge, die seinesgleichen sehr wohl verstehen - also von Rücktritt werden seine Parteikollegen deswegen noch lange nicht reden!

    Meiner Meinung nach hat er in vielem gar nicht mal so Unrecht - dennoch treibt die Jagt nach den Dieben geistigen Eigentums teilweise sehr seltsame Blüten, da diese hauptsächlich von darauf spezialisierten Anwälten und nicht von der Justiz betrieben wird. Auch hier sollte man nach der Schwere des Tatbestandes richten und nicht alle über einen Kamm scheren. Ein Beitrag wie der von Herrn Heveling trägt dabei aber sicher nicht zur Lichtung des Dschungels dieses Problems bei...
  6. motoernie schrieb:
    Quelle: http://www.golem.de/news/ansgar-heveling-cdu-troll-wird-von-csu-generalsekretaerin-baer-heruntergeputzt-1202-89473.html
    Dieser Aussage kann ich mich nur anschliessen und fordere den Rücktritt von Herrn Ansgar Heveling aus allen politischen Ämtern.[/quote]

    Eine Meinungsäußerung kann niemals zum Anlass genommen werden, einen Rücktritt zu fordern (außer es handelt sich um eine strafbare wie die Holocaust-Leugnung)
    Jeder hat also das Recht auf seine Meinung, und sei sie auch noch so bescheuert.

    Allerdings hat niemand die Pflicht, jemanden, dessen Meinung man absolut nicht vertritt, zu wählen - Es gibt in diesem Fall die Möglichkeit, ihm bei der nächsten Wahl die Stimme zu verweigern (er ist nämlich direkt gewählter Abgeordneter im Wahlkreis 111 - Krefeld/Rheinkreis Neuss). Das gilt im übrigen auch parteiintern - er scheint ja innerhalb der CDU-CSU-Fraktion ziemlich allein dazustehen.

    Zu der Problematik des Urheberrechts im Internet gibt es übrigens auch noch einen Kommerntar eines anderen, nämlich von Lawrence Lessig, den man durchaus auch einmal lesen sollte.



  7. wpl schrieb:
    Eine Meinungsäußerung kann niemals zum Anlass genommen werden, einen Rücktritt zu fordern (außer es handelt sich um eine strafbare wie die Holocaust-Leugnung)
    Jeder hat also das Recht auf seine Meinung, und sei sie auch noch so bescheuert.

    ..und jeder, der wegen einer Meinungsäußerung einen Rücktritt fordert, nimmt damit ebenfalls sein Recht zur freien Meinungsäußerung wahr. :wink:
  8. So lächerlich der Beitrag im Handelsblatt auch war, es ist nicht der einzelne CDU-Abgeordnete der ein Problem darstellt, sondern eine Partei, die das Internet eher als Gefahr, denn als Chance sieht.

    Und natürlich kann eine Meinungsäußerung eine Rücktrittsforderung verursachen. Erstens, passiert das ständig. Zweitens, sind Abgeordnete Volksvertreter und wenn ich mich durch eine bestimmte Meinung nicht vertreten fühle, kann ich doch fordern, dass mein Vertreter sein Amt dann doch nochmal überdenkt.
  9. 1. Heveling hat natürlich recht, wenn er darauf hinweist, dass der Schutz des geistigen "Eigentums" und die jetzige Struktur des Internets diametral gegenüberstehen.

    2. Jeder hat natürlich das Recht zu sagen, was ihm beliebt. Im Gegenzug darf auch jeder anschließend seinen Rücktritt fordern. Man sollte dies aber maßvoll tun. Heveling den Rücktritt nahezulegen ist hier aber maßlos.

    3. Hevelings Tirade basiert einzig auf der (irrigen) Grundannahme, geistiges "Eigentum" verdiene es geschützt zu werden.

    "Eigentum? Das ist alles, das Sie mit einer Waffe in der Hand verteidigen könnten."
  10. Also die Debatte hier geht in die falsche Richtung. Sicher hat jeder das Recht sich frei äußern zu dürfen. Das Problem liegt nicht in der Tatsache, dass er seine Meinung kund getan hat, sondern in welchem Zusammenhang es zu seinem Beruf steht:
    Netzwelt.de schreibt dazu:
    Er ist Abgeordneter des Deutschen Bundestags und außerdem ein Mitglied der Enquete-Kommission "Internet und digitale Gesellschaft". Rein formal ist Heveling also einer unserer besten Köpfe beim Thema Internet. Und dem fällt nichts anderes ein als diese traurige Mischung aus Klischees, Halbwahrheiten und pathetischen Beschwörungen der bürgerlichen Werte. Das ist auch nicht zu entschuldigen mit dem Hinweis, der Kommentar sei eben ein bisschen provokant gemeint. Nicht jeder Unsinn ist eine sinnvolle Provokation.

    Hätte also Herr Meier aus Darmstadt in seinem Blog so etwas geschrieben, hätten sich ein paar Leute vielleicht in den Kommentaren ausgetobt und mehr nicht.

    Ich empfehle sehr den Artikel in der netzwelt.de, der den Sachverhalt für mich auf den Punkt bringt.

    Beitrag zuletzt geändert: 4.2.2012 0:35:01 von flockhaus
  11. Auch der gemeinsame Jugendverband vn CDU/CSU ist gegen die Unterzeichnung von Acta und frdert das europäische Parlament dazu auf es in der jetzigen Form nicht zu untertzeichnen:
    In einer Erklärung vom 2. Februar 2012 heißt es: "Das Anti-Counterfeiting-Trade-Agreement (ACTA) ist ein Angriff auf die Freiheit im Netz und hat unabsehbare Folgen für den ungehinderten Zugang der Nutzer zu digitalen Informationen. Das intransparente Aushandlungsverfahren des Abkommens lässt zudem Zweifel an der demokratischen Legitimierung aufkommen. Die Junge Union ruft die Angehörigen des Europäischen Parlaments daher dazu auf, das Acta-Abkommen in seiner aktuellen Form nicht zu unterzeichnen."
    Quelle: http://www.golem.de/news/acta-junge-union-gegen-das-handelsabkommen-und-internetsperren-1202-89545.html
    .
    Durch Acta werden verschiedene Grundrechte deutlich eingeschränkt, so dass ich nur darauf warte dass ein Verband oder eine Partei das Bundesverfassungsgericht anruft, welches es der Regierung untersagt das Acta-Abkommen (in seiner jetzihen Form) zu unterzeichnen.
    Gerade ein "Fachmann" wie Herr Heveling müsste dies eigentlich erkennen und dem entsprechend gerade die entgegengesetzte Position einnehmen, da er dies nicht tut ist er für mich untragbar.

    Beitrag zuletzt geändert: 4.2.2012 3:43:42 von harrybotter
  12. Autor dieses Themas

    schnookerippsche

    Kostenloser Webspace von schnookerippsche

    schnookerippsche hat kostenlosen Webspace.

    Das war wohl halb satirisch gemeint. Wäre es ganz satirisch wäre Heveling wohl gegen SOPA. Dass Werte wie „Eigentum“ nicht aus der französischen Revolution hervorgegangen sind sollte jedem klar sein. Außer man betrachtet Eigentum in dem Sinne dass es dem gesamten Volk gehören solle, wobei ja hier wiederum widerspricht dass Heveling eventuell den kleinen Bürger mit dem Künstler gleichsetzen könnte. Jedoch profitiert bei SOPA ironischerweise hierbei nur die reiche Contentmafia, also die „Adeligen“.
    Auch finde ich die Aussage lustig dass die Leute auf die Straße gehen sollen um Bücher zu zitieren. Nun Goethe, Marx und die Bibel sind eben unter keinem Copyright. Somit kann man sie natürlich verbreiten wie man will ohne Urheberrechte zu verletzen. Auch im Internet.

    Tja an wen richtet sich denn der Herr Heveling eigentlich? Wen meint er mit „Netzgemeinde“? Der Beitrag ist wohl nicht an Urheberrechtsverletzer gerichtet sondern an die ganzen Blogger die SOPA berechtigt kritisieren und eine Anti-Stimmung gegenüber dieser Gesetzesvorlage verursachen. Klar dass es da an Gegenangriffen hagelt, wenn Herr Heveling das Thema mit der agressiven Aussage „ihr werdet verlieren“ in einem kurzen „witzig-satirischen“ Beitrag durchkaut.


    Einen interessanten Beitrag über das Thema „geistiges Eigentum“ und eine Erklärung des Begriffes gibt es auf gnu.org
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